Richard Kissling

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Richard Kissling (1848–1919):
«Helvetia und Merkur», 1899

Von 1899 bis 1959 empfing die 3,9 Meter hohe Mutter Helvetia die Kunden und Kundinnen des Schweizerischen Bankvereins am Zürcher Paradeplatz. Als sie 1959 dem Neubau weichen musste, rettete Walter Bechtler die Skulptur vor der Verschrottung und stellte sie in den Hof seiner Firma Luwa in Albisrieden. Im Zuge der Fusion von Zellweger und Luwa zog die Kolossfrau 1991 nach Uster an ihren heutigen Standort. Die Helvetia hält in ihrer rechten Hand eine winzige Merkur-Figur, den römischen Gott für Handel, Gewerbe, Reichtum und Gewinn. Merkurs Symbol ist der Heroldsstab, ein Stab mit gewundenen Schlangen, den er in seiner Hand hält. Nachdem die kleine Figur eines Nachts abgeschlagen wurde, musste der gestohlene Gott nach dem Vorbild einer Fotografie von der Kunstgiesserei St. Gallen rekonstruiert werden. Er wurde mit Blattgold versehen und thront nun wieder seit 1997 auf einer Kugel in der Hand der Mutter Helvetia.

Die allegorische Frauenfigur, welche die Schweiz versinnbildlicht, wurde vom Schweizer Bildhauer Richard Kissling 1899 realisiert. Kissling gilt heute wegen seiner zahlreichen patriotischen Denkmäler als eigentlicher Nationalbildhauer. Sein wichtigstes Werk ist das Wilhelm-Tell-Denkmal auf dem Rathausplatz in Altdorf. Zehn Jahre vor der Realisierung der «Helvetia» schaffte Kissling seinen künstlerischen Durchbruch mit dem Denkmal für Alfred Escher (1883–1889), das noch heute am Bahnhofplatz in Zürich steht.