Vision

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Vom geschlossenen Industrieareal
zum lebendigen Stadtquartier in sieben Kapiteln.

Kapitel 1.
Das Industrieareal in Uster, auf welchem die Firma Zellweger Luwa ihren Hauptsitz hatte, in der Industriezone gelegen war und eine Grösse von 125'000 m2 aufwies, wurde von uns am 1. Oktober 2003 käuflich erworben. Schon vorher waren bereits zahlreiche Drittmieter auf dem Areal. Der Eigennutzungsquotient unterschritt damals 50 %. Wir erwarben das Areal, weil das Interesse auf dem Markt dafür gering war und der Verwaltungsrat der Zellweger Luwa AG im Prinzip das Areal veräussern wollte. Genaue Vorstellungen über die Zukunft hatten wir damals noch nicht.

Kapitel 2.
Als wir zusammen aus familienpolitischen Gründen 2005 beschlossen, das Unternehmen Zellweger Luwa zu veräussern, änderte sich die Situation in Bezug auf die zukünftige Nutzung des Areals natürlich fundamental. Uns war sofort klar, dass nun eine andere Nutzung angestrebt werden sollte und ein lebendiges, offenes Stadtquartier wohl eine bessere Zukunftsvision darstellte als ein nach aussen abgeschlossenes Industrieareal. Wir erachteten eine Mischung von Arbeiten und Wohnen als sinnvoll, wobei wir gleichzeitig hohe Ansprüche an Arealentwicklung und Architektur legen wollten. Schon damals dachten wir auch an die Möglichkeit, Kunst in den Entwicklungsprozess zu integrieren.

Kapitel 3.
Unserer vagen Vorstellung versuchten wir uns durch einen städtebaulichen Ideenwettbewerb anzu-nähern. Die Merkmale des Gewinnerprojekts von EM2N Architekten mit Schweingruber Zulauf Land-schaftsarchitekten waren die folgenden: Mischung von Wohnen und Arbeiten, grosse Bauten im Gegensatz zur kleinstrukturierten Umgebung, bedeutende Grün- und Parkanteile sowie quartierver-bindende Achsen für Fussgänger und Velofahrer. Die wunderbaren Vorschläge gelten uns auch heute noch als Leitlinie. Erst durch das Resultat des städtebaulichen Wettbewerbs haben wir die Schönheit des Areals mit den beiden Weihern und den Chancen voll erkannt. Auch die klare Strukturierung des Areals in fünf Baufeldern war ein wichtiges Ergebnis dieses Wettbewerbs.

Kapitel 4.
Wettbewerb für die erste Bebauungsetappe mit dem Gewinnerprojekt von Gigon / Guyer Architekten mit Guido Hager Landschaftsarchitekten (140 Mietwohnungen). Wir favorisierten dieses Projekt in der Jury dank seiner präzisen räumlichen Nutzung mit zwei grossen Baukörpern und der optimalen Ein-bettung zwischen Weiher und Aabach. Das Projekt war auch wirtschaftlich günstig.

Kapitel 5.
Direktauftrag an Herzog & De Meuron für das zweite Bauprojekt. Wir stellten eine Teilparzelle Cristina Bechtler zur Verfügung, welche sich einen lang gehegten Wunsch, ein Projekt mit Herzog & De Meuron zu realisieren somit erfüllen konnte. Dieses so genannte Wohnturmprojekt (32 Mietwohnungen) ist gut positioniert am Herterweiher und gleichzeitig äusserst innovativ und zwar unter dem Leitmotiv 'industrielles Wohnen im industriellen Umfeld'. Es nimmt Merkmale des industriellen Umfelds auf und übersetzt sie in das Wohnprojekt.

Kapitel 6.
In den nächsten Jahren stehen noch zwei bedeutende Projekte an: die nachhaltige Nutzbarmachung der ältesten Bauten auf dem Areal, dem so genannten Spinnereigebäude (ca. 30 Eigentumswohnungen), welches in Form eines Direktauftrages von Pfister Schiess Tropeano & Partner Architekten bearbeitet wird, und der letzten Wohnbauetappe (ca. 120 Mietwohnungen), welche mit einem Direktauftrag an EM2N Architekten am Ort des unschönen Hochregallagers, ebenfalls wunderbar am Zellwegerweiher gelegen, realisiert werden soll.

Kapitel 7.
Uebergreifende Prinzipien während der Arealtransformation: Wir waren von Anfang an bemüht, den Transformationsprozess umsichtig und überdurchschnittlicher Qualität verpflichtet durchzuführen. Die Mikro- und Makrolage, die Umgebung und hochwertige bestehende Basissubstanz (u.a. alter Firmenhauptsitz mit Pavillon von Roland Rohn) waren uns Verpflichtung. Dabei spielten Wettbewerbe und strategische Direktaufträge eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig war für uns die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern ausschlaggebend. So mit den Stadtbehörden, dem Arealentwickler Oliver Hagen und später mit der Firma Odinga und Hagen AG, dann mit den Hesta Immobilien, welche die Gesamt-betreuung des Areals wahrnehmen. Wir nutzten schliesslich die Möglichkeiten, welche sich uns mit der Walter A. Bechtler-Stiftung boten und platzierten Werke wichtiger zeitgenössischer Künstler im Areal des Parks: Der Kubus von Sol LeWitt, der Moosfelsen von Fischli / Weiss, die Brücke von Kawamata über dem Weiher sowie den Skulpturengarten von Lutz & Guggisberg - ebenfalls mittels eines Direkt-auftrages realisiert.

Ruedi und Thomas Bechtler, Verwaltungsräte Zellweger Park AG

Das Areal heute

  • 50 Unternehmen mit rund 650 Beschäftigten
  • Öffentliche Parkanlage mit Kunstwerken von Victor Vasarely, Richard Kissling, Tadashi Kawamata, Fischli Weiss, Sol LeWitt, Oscar Tuazon, Guyton/Walker und Lutz & Guggisberg.

Der künftige Zellweger Park

  • Mehr als 1000 Arbeitsplätze
  • Neubauten von führenden Schweizer Architekten mit insgesamt 300 Miet- und Eigentumswohnungen
  • Feste Installation weiterer Kunstwerke in der Parkanlage